Vorwort Malerei

Sammlung-Horn

Sammlung Horn II – MALEREI

Je mehr ich über meine Neigung zur Malerei und zur Kunst überhaupt nachdenke, desto klarer wird mir, dass es mit der barocken Pracht der heimatlichen Kirchen zu tun hat. Das Zusammenspiel von Architektur, Stuck,Fresken,Altarbildern und Plastiken ergab ein Gesamtkunstwerk, das mich ganz früh fasziniert hat. Wenn ich mich dort auffällig “brav” verhalten habe, war es nicht Frömmigkeit sondern die Faszination des Ortes.

An einen vernünftigen Kunstuntericht, kann ich mich nicht erinnern. Lediglich die Postkarten der Mutter eines Freundes, die Kunst studiert hatte, brachten uns einen einen Eindruck von der damaligen Stuttgarter “Moderne”, wo die Abstraktion angesagt war.

Viel später habe ich mit dem ersten selbstverdienten Geld einige graphische Blätter von Horst Janssen  und Alfred Hrdlizka erworben. Unter dem Einfluss meiner Frau habe ich dann noch ein Pastell von Max Ackermann, der damals noch lebte, erstanden.

In Karlsruhe war zu dieser Zeit die “Neue Figuration” ausgerufen worden. Mein Favorit aus dieser Gruppe war Walter Stöhrer, der eher einer “gestischen Abstraktion” mit hoher Emotionalität anhing, die offenbar meiner eigenen inneren Unruhe entgegen kam.

Immerhin war die Figuration wieder hoffähig, es gab wieder den Gegenstand und die Figur.

Nachdem meine Neigung zu Bildern nicht mehr zu unterdrücken war, habe ich mir ein kleines Programm auferlegt:die Bilder sollten “malerisch” sein und einen sinnlichen Reiz ausstrahlen und nicht zu konzeptionell sein. Das andere betraf das Jagdgebiet. In der knapp bemessenen Freizeit wollte ich die Galerien und die Ateliers erreichen können. Also beschränkte ich mich auf den Südwesten. Sachkundig begleitete mich die Hausgalerie von Suska und Georg Györfi aus Herrenberg.  Auf Wunsch meiner Frau richteten sie in einem schönen Fachwerkhaus in Rohrdorf, das geeignete Räume aufwies, eine Dependance ein, sodass ich mich als Subgalerist fühlen konnte. Da die Bilder dort oft wochenlang verblieben, konnte ich mich ins Sehen “einüben” und die “Augen wetzen”

So kam ewas zusammen, das am ehesten als ein” Wiesenblumenstrauss”  oder als Blütenlese gelten kann. Wenn jemand von einem Sammelsurium redet, darf er das ungestraft auch tun.