Altmeister – Vorwort

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Sammlung Horn IV – ALTE MEISTER


 

Der zeitgenössische Philosoph Odo Marquqardt urteilt;”  Zukunft braucht Herkunft!

Genau andersherum behauptet die zeitgenössische Künstlerschar, dass die Kunst möglichst täglich neu erfunden werden müsse. Aber die Kunst, die sich wahrscheinlich von Kunstfertigkeit ableitet, wirkt heute oft nur sensationslustig und ephemer und damit eben auch oft wenig “nachhaltig”. “cupiditas novi”  war im alten Rom eine Untugend.

 

Sich der alten Meister zu versichern, war für Liebhaber und Sammler eine Selbstverständlichkeit. Auch für den kleinen Sammler ist es eine Genugtuung und Riesenfreude, ein Kunstwerk aus längst vergangener Zeit gefunden und nicht übersehen zu haben. Das trifft hier auf die italienische, gotische Madonna zu, die, damals noch nicht zugeschrieben, vor über 30 Jahren auf einer Auktion von Michael Zeller Lindau zum Aufrufpreis zu haben war. Die spätgotische, wahrscheinlich aus dem Allgäu stammende Madonna, musste dagegen sehr viel später “erkämpft” werden.

 

Weniger spektkulär aber immens reizvoll  ist es, erstmals das Blatt eines Genies wie Rembrandt, Goya oder Hokusai in der Hand zu haben und erwerben zu können. Auch die Geschichte der Erwebs der Pinelliblätter auf einem Markt unter offenem Himmel in Rom vom letzten Reisegeld, bleibt in Erinnerung, weil der junge Kunstfreund damals mit knurrendem Magen heimfahren musste.

 

Jonas Umbach aus Augsburg und Joachim Beich aus Ravensburg schätzt man auch als Landsleute. Eine gewisse Hinneigung zu Spätgotik und zum Barock hängt auch damit zusammen, dass die oberschwäbische Heimat des Sammlers damals “Weltkunst” hervorgebracht hat, die ihm die Augen geöffnet hat.

 

Nach Hegel ist das Charakteristikum der Moderne die Entzweiung der Poesie des Herzens von der Prosa der Verhältnisse. Der Philosoph glaubte, dass Kunst, Geschichte und Geisteswissenschaft kompensierend die Lücke schließen würde. Eine ähnliche Vorstellung hat diese Sammlung geleitet.